Vom törichten Irrtum, Sprengkörper in den Wäldern nur in den Ardennen zu vermuten

Bevor ich nach einem strammen aber sehr schönen, zugegeben etwas touristischen, Marsch Düren erreiche, passiere ich noch die letzten Waldabschnitte. Etwas wehmütig, denn mir ist klar dass das eine Weile die letzten sein könnten. Ich nehme eine Abkürzung außerhalb der Wege um noch etwas echten Wald zu riechen, echten Waldboden zu begehen. Um mich herum sind plötzlich viele kleine Schnipsel Absperrband; alle 10 Meter ist eine Stelle auf dem Boden gekennzeichnet. Ich sehe mir die Stellen an, erkenne nichts Besonderes. Eine botanisch vielleicht einzigartige Begebenheit? Nach 1km glaube ich wieder den Weg gefunden zu haben, als hinter mir jemand schreit:

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„Sind Sie denn des Wahnsinns?“

Eigenartig, er kennt mich nicht aber scheint mich schon zu durchschauen.

„Kommen Sie gefälligst hierher; ich werde Sie zurück auf den Rettungsweg bringen!“

„Den Rettungsweg? Vor was muss ich denn gerettet werden?“

„Sie befinden sich auf höchst gefährlichem Gebiet. Um sie herum sind gekennzeichnete Stellen; ist Ihnen das denn nicht aufgefallen?“

„Na ja, doch…“

„Es liegen noch einige scharfe Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben, teilweise sogar nur halb vergraben. Wenn Sie diese berühren, kann schnell alles aus sein!“

„Von der Seite aus der ich gekommen bin, war aber nicht gerade etwas zu sehen wie Warnschilder oder dergleichen.“

„Von wo kommen Sie denn?“

„Aus Vicht“

„Da sind die Kollegen gerade. Spaziergänger haben gestern zwei Splittergranaten entdeckt; daraufhin wurden von meinen Kollegen weitere drei Bomben gefunden; zwei davon waren scharf.“

„Ok, dann lassen Sie uns doch den Rettungsweg aufsuchen.“

Wir gehen zusammen einige hundert Meter in die ganz andere Richtung um diesen zu finden. Quer durch den Wald ist eine Art Umleitung eingerichtet. Das Schild „Rettungsweg“ versteht man ein wenig, aber ein anderes mit panikmachenden Symbolen wie einer Explosion, ohne jegliche Erläuterung; das wiederum ist schwierig zu durchschauen. Nach und nach stoßen wir auf zahlreiche Einsatztrupps in grün-weiß. Das Sondereinsatzkommando „Kampfmittelbeseitigung“ ist offenbar den gesamten Wald zu durchkämmen. Die armen Rehe; dabei weißt doch alle 100 Meter ein Schild mit dem Adler darauf hin, dass es sich um Naturschutzgebiet handelt. Wo sollen denn die Tiere hinflüchten. Kurz denke ich darüber nach, ob denn intendiert sein könnte dass ein Reh oder Kaninchen auf eine Bombe stößt.

 

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